Workshop: Android will doch nur spielen (1.-4.6.2010)

Die wachsende Verbreitung von mobilen Geräten weckt das Interesse an kleinen Anwendungen – häufig auch als ‚Apps‘ bezeichnet – für diese speziellen Geräte. Die Android-Plattform der Open Handset Alliance bietet Entwicklern eine relativ einfache Möglichkeit, mittels Java selbst Anwendungen und Spiele für Smartphones wie dem Nexus One zu entwickeln.

Daher organisierte das Institut für Parallele und Verteilte Systeme der Universität Stuttgart Anfang Juni für 13 Schülerinnen und Schüler einen dreitägigen Workshop unter dem Motto 'Android will doch nur spielen'. Die Teilnehmer aus den Klassenstufen 10 bis 12 erlebten eine spielerische Einführung in die Entwicklung mobiler Anwendungen. Der Workshop bestand aus 4 einzelnen Lehreinheiten und gliederte sich dabei bei jedem der behandelten Themengebieten in einen theoretischen und einen praktischen Teil. 

Am ersten Tag bekamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst mittels mehrerer Vorträge einen kurzen, allgemeinen Einblick in die objektorientierte Programmierung und die Programmiersprache Java. Das dabei erlernte Wissen konnte im Anschluss direkt angewandt werden, um mehrere einfache Programmieraufgaben selbstständig im Rahmen einer betreuten Übung zu lösen. Ganz "nebenbei" kamen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dabei am Beispiel von Eclipse auch in den Kontakt mit einer IDE und lernten deren unterschiedliche Unterstützungsmöglichkeiten (Debugging, Autocompletion, ...) kennen und schätzen.

Am zweiten Tag konnte dann, aufbauend auf diesen Grundlagen, in die Arbeit mit dem Android SDK eingestiegen werden. Hierbei wurde den Schülerinnen und Schülern nicht nur allgemeines Faktenwissen vermittelt, wie beispielsweise das Android Betriebssystem aufgebaut ist, oder aus welchen Bestandteilen sich eine mobile Anwendung zusammensetzt, sondern auch ausgesprochen praxisnah erklärt, welche Unterstützung sie durch Eclipse bei der Erstellung einer Android-Anwendung erhalten, wie sie zu einer bestehenden Anwendung Menüs hinzufügen, andere Apps oder Systemfunktionen aus einer laufenden Anwendung heraus aufrufen oder bestimmte Daten persistent speichern können. Abgerundet wurde der theoretische Teil des zweiten Tags durch die Vorstellung von diversen ortsbasierten Services, die bereits im Android SDK integriert wurden. Neben zahlreichen kleinen, abgeschlossenen Programmiereinheiten zu jedem der behandelten Themen, bestand die Hauptaufgabe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer im praktischen Part darin eine eigene kleine Navigationsanwendung zu implementieren, in die mehrere POIs (Points of Interest) eingepflegt werden können, wobei beim Erreichen eines dieser Orte dem Nutzer automatisch Informationen hierzu eingeblendet werden.

Als kleines Bonbon wurde jedem der Programmierteams für die Zeit des Workshops ein Android-Handy zu Testzwecken zur Verfügung gestellt, so dass diese auch außerhalb der Workshopzeiten an ihren Anwendungen feilen konnten. Dadurch war es den Teilnehmern möglich tiefer in die Android-Materie einzudringen und dadurch ihre Anwendungen beliebig zu individualisieren. Die Testphase musste demnach nicht rein theoretisch am Emulator nachvollzogen werden, sondern konnte nach dem Deployment direkt auf dem Gerät ausprobiert werden.

Der letzte Tag stand daraufhin ganz unter dem Motto "Spiele". Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollten ihr eigenes mobiles Spiel programmieren. Um die Entwicklungszeit nicht unnötig langwierig und frustrierend zu gestalten, wurde ein Spieleframwork vorgestellt, das zur Implementierung eingesetzt werden konnte.

Die dabei entstandenen Spiele reichten von "TicTacToe" bis "Vier gewinnt". Aber auch ehrgeizige Versuche, wie eine Schachsimulation waren dabei. Abgeschlossen wurde der Workshop durch eine Klausur, mit deren Hilfe den Teilnehmern verdeutlicht wurde, wie groß das von ihnen erlangte Wissen ist. Für ihre erfolgreiche Teilnahme am Workshop erhielten die Schülerinnen und Schülern ein Zertifikat.

Da das Ziel das Workshops aber nicht nur darin bestand, die Möglichkeiten der mobilen Welt kennen zu lernen, sondern auch das Interesse an dem Studiengang Informatik zu wecken, wurde in einer kleinen Frage-und-Antwort-Runde nach dem Ende des eigentlichen Workshops über Themen wie Ablauf des Studiums, Klausuren oder Anlaufstellen für Hilfe im Studium gesprochen. Aus Sicht aller Beteiligten war der Workshop ein voller Erfolg und wir freuen uns bereits darauf, beim nächsten Workshop wieder möglichst viele wissbegierige Interessenten begrüßen zu können.

Die im Rahmen des Workshops verwendeten Materialien finden Sie hier.