Workshop-Reihe: Difference is power - make use of it

Zielsetzung

Der Workshop-Reihe zielt darauf ab, die bei Technikforschung, -entwicklung und -anwendung im universitären und industriellen beruflichen Umfeld bestehenden Schranken aufgrund von Geschlecht, sozialem Status, Nationalität oder sonstigen Merkmalen zu erkennen und abzubauen. Die Teilnehmer/innen sollen darin bestärkt werden, entsprechend ihrer individuellen Neigung zu leben und anders zu sein, als die immer wieder propagierten Ellenbogen-Karriere-Menschen. Für eine optimale Zusammenarbeit müssen Menschen sich gegenseitig so anerkennen, wie sie sind, und Toleranz füreinander aufbringen. Es soll aufgezeigt werden, dass dadurch wirklich bessere Resultate erzielt werden können (z. B. bei der Softwareentwicklung).

Hintergrund

Im Arbeitsalltag allgemein und insbesondere auch in der IT-Branche treffen viele unterschiedliche Individuen aufeinander. Sie sind einerseits mit unterschiedlichen Fähigkeiten ausgestattet, andererseits mit unterschiedlichen Vorstellungen und Bedürfnissen. Dies betrifft beispielsweise auch unterschiedliche Arbeitsweisen und -zeiten, wie sie sich in Begriffen wie "Work-Life-Balance" oder Tele- und Teilzeitarbeit widerspiegeln.

Zwar werden diese ganze Vielfalt und das damit verbundene kreative und sonstige Potential für eine erfolgreiche Marktposition benötigt. Das alles unter einen Hut zu bringen, stellt jedoch nicht nur große Anforderungen an die Personalführung sondern auch an jede/n einzelne/n Beteiligten. Dies gilt umso mehr, als aufgrund der Unterschiede Schranken bestehen, die für Reibereien sorgen und eine effektive und effiziente Zusammenarbeit verhindern.

Zur Zeit steht in Deutschland das Problem der Integration von Frauen in technische Fächer und Berufsfelder aus zwei Gründen im Vordergrund: Einerseits wegen der insbesondere auf dem IT-Arbeitsmarkt herrschenden Leere und andererseits wegen der Eigenschaften, die als ausschlaggebend für den Erfolg am Arbeitsmarkt gelten, und als traditionell weiblich angesehen werden, wie beispielsweise hohe Sozialkompetenz, Teamfähigkeit, Flexibilität und weitergehende "soft skills". Bei männlichen Vertretern dieser Berufe sind solche Fähigkeiten in geringerem Maß anzutreffen. Allerdings meiden Frauen trotz umfangreicher Informationskampagnen nach wie vor die technischen Studiengänge.

Zu dem eben geschilderten Integrationsproblem kommt seit einiger Zeit ein weiteres, mit dem sich auch die deutsche Gesellschaft schwer tut: die Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen. Durch Einwanderungen steigt die Zahl der ausländischen Mitbürger. Dieser Trend wird an den Universitäten durch die zunehmende Einrichtung internationaler Studiengänge und in der Industrie durch die Einführung der Greencard verstärkt. Nicht zuletzt vergrößert sich im Zuge der Globalisierung auch allgemein der Bedarf an Informationsaustausch und Zusammenarbeit über kulturelle Grenzen hinweg.

Die geschilderten Probleme werden unter den Bezeichnungen "gender" und "diversity" im In- und Ausland diskutiert. Auch in der Region Stuttgart gibt es erste Ansätze, bei denen sich bislang jedoch vorwiegend Frauen angesprochen fühlten. Es ist jedoch unbedingt erforderlich, weitere Bevölkerungsteile, insbesondere Männer in der technischen Ausbildung und in entsprechenden Berufen für diese Problematik zu sensibilisieren und nach Lösungen zu suchen.

Zielpublikum und Termine

Die einzelnen Workshops richten sich in erster Linie an Studierende, Mitarbeiter/innen und Professor/innen der Hochschulen und Berufsakademien im Großraum Stuttgart sowie an Mitarbeiter/innen und Manager/innen von Unternehmen in dieser Region, ist jedoch nicht darauf beschränkt.

Der erste Termin zum Thema Jeder Mensch ist anders findet am Samstag, 24. November 2001, 9-16:00 in der Fakultät Informatik, Universität Stuttgart statt.

Förderung

Der Workshop wird bislang von folgenden Institutionen finanziell unterstützt:

Programmkomitee

Dr. C. Burger, B. Essensohn, U. Gallow, U. Kempa, Dr. J. Kreyss, A. Schmidt