Zwar werden diese ganze Vielfalt und das damit verbundene kreative und sonstige Potential für eine erfolgreiche Marktposition benötigt. Das alles unter einen Hut zu bringen, stellt jedoch nicht nur große Anforderungen an die Personalführung sondern auch an jede/n einzelne/n Beteiligten. Dies gilt umso mehr, als aufgrund der Unterschiede Schranken bestehen, die für Reibereien sorgen und eine effektive und effiziente Zusammenarbeit verhindern.
Zur Zeit steht in Deutschland das Problem der Integration von Frauen in technische Fächer und Berufsfelder aus zwei Gründen im Vordergrund: Einerseits wegen der insbesondere auf dem IT-Arbeitsmarkt herrschenden Leere und andererseits wegen der Eigenschaften, die als ausschlaggebend für den Erfolg am Arbeitsmarkt gelten, und als traditionell weiblich angesehen werden, wie beispielsweise hohe Sozialkompetenz, Teamfähigkeit, Flexibilität und weitergehende "soft skills". Bei männlichen Vertretern dieser Berufe sind solche Fähigkeiten in geringerem Maß anzutreffen. Allerdings meiden Frauen trotz umfangreicher Informationskampagnen nach wie vor die technischen Studiengänge.
Zu dem eben geschilderten Integrationsproblem kommt seit einiger Zeit ein weiteres, mit dem sich auch die deutsche Gesellschaft schwer tut: die Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen. Durch Einwanderungen steigt die Zahl der ausländischen Mitbürger. Dieser Trend wird an den Universitäten durch die zunehmende Einrichtung internationaler Studiengänge und in der Industrie durch die Einführung der Greencard verstärkt. Nicht zuletzt vergrößert sich im Zuge der Globalisierung auch allgemein der Bedarf an Informationsaustausch und Zusammenarbeit über kulturelle Grenzen hinweg.
Die geschilderten Probleme werden unter den Bezeichnungen "gender" und "diversity" im In- und Ausland diskutiert. Auch in der Region Stuttgart gibt es erste Ansätze, bei denen sich bislang jedoch vorwiegend Frauen angesprochen fühlten. Es ist jedoch unbedingt erforderlich, weitere Bevölkerungsteile, insbesondere Männer in der technischen Ausbildung und in entsprechenden Berufen für diese Problematik zu sensibilisieren und nach Lösungen zu suchen.
Der erste Termin zum Thema Jeder Mensch ist anders findet am Samstag, 24. November 2001, 9-16:00 in der Fakultät Informatik, Universität Stuttgart statt.