 |
Das Industriepraktikum im Diplom-Studiengang Informatik
an der Universität Stuttgart
Im Rahmen des Industriepraktikums sollen die Studenten die Vorgehensweisen
und Probleme bei der industriellen Software-Erstellung kennenlernen. Im
Vordergrund sollten hierbei jene Aspekte stehen, die in einer universitären
Umgebung üblicherweise nicht oder nur an "Spielbeispielen" behandelt
werden; dies sind z. B. alle jene methodischen Probleme, die sich aus der
Planung und der Durchführung großer Softwareprojekte (> 10 Personenjahre)
ergeben.
Das Industriepraktikum ist kein Programmierpraktikum. Aufgabenstellungen,
die darauf hinauslaufen, entlang einer Vorgabe etwas zu codieren, etwas
von Cobol auf C umzustellen, irgendwelche Makros zu schreiben usw. werden
der Zielsetzung dieses Praktikums nicht gerecht. Es ist sehr wohl möglich,
daß derartige Arbeiten im Verlaufe einer Praktikumstätigkeit
auch auszuführen sind; sie sollten jedoch nicht den Schwerpunkt der
Aufgabenstellung bilden und schon gar nicht deren alleiniger Inhalt sein.
Besonders interessant Für die Praktikanten sind Tätigkeiten in
folgenden Phasen bzw. Bereichen des Software-Entwurfes:
-
Anforderungsanalyse
-
Spezifikation
-
Modul-Entwurf
-
Qualitätssicherung
-
Dokumentation
-
Inbetriebnahme, Wartung.
Im Rahmen eines Praktikums sollten die Studenten idealerweise in mindestens
zwei der oben genannten Bereiche eingesetzt werden. Gemäß den
Vorgaben des Studienplanes umfaßt das Industriepraktikum 10 bis 12
Wochen bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von ca. 40 Stunden. Ob
das Praktikum in einem Stück absolviert wird oder ob die Arbeit in
zwei Abschnitten beispielsweise zu je 6 Wochen aufgeteilt wird, hängt
im wesentlichen von den Erfordernissen und Möglichkeiten der Projekte
ab, in deren Umfeld Praktika durchgeführt werden. Bei der Festlegung
der Zeiträume und der Gestaltung der Verträge ist sicherzustellen,
daß das Praktikum vollständig innerhalb der vorlesungsfreien
Zeit stattfindet. Dies bedeutet konkret, daß Praktika, die in einem
Stück absolviert werden sollen, nur in den Semesterferien zwischen
dem Sommer- und dem Wintersmester möglich sind. Auf seiten der Firma,
die Praktikumsplätze anbietet, muß für jeden Praktikanten
ein Betreuer benannt werden, der sicherstellt, daß die o. g. Anforderungen
an das Praktikum auch tatsächlich erfüllt werden. Der Betreuer
muß auch am Schluß des Praktikums in einer Art abschließender
Stellungnahme bzw. einem Zeugnis bestätigen,
-
was im Rahmen des jeweiligen Praktikums konkret gefordert und erreicht
wurde, und
-
wie die Leistung des jeweiligen Studenten zu beurteilen ist.
Aus dieser Stellungnahme muß klar hervorgehen, ob nach der Einschätzung
des Betreuers das Praktikumsziel erreicht wurde oder nicht. Die Studenten
müssen zum Abschluß des Praktikums einen ca. 10 bis 15-seitigen
Praktikumsbericht anfertigen, in dem die Aufgabenstellung, die Vorgehensweise,
die gefundenen Lösungen und sonstige Beobachtungen zusammengefaßt
dargestellt werden. Dieser Bericht ist zunächst mit dem jeweiligen
Betreuer abzustimmen.
Als Nachweis über die Ableistung des Praktikums muß der Student
das Abschlußtestat des Betreuers und seinen eigenen Praktikumsbericht
beim Praktikums-Koordinator der Fakultät Informatik,
Prof. Dr.-Ing. E. Lehmann, einreichen.
|