Bild mit Unilogo
home uni uni suche suche sitemap sitemap kontakt kontakt
unilogo Universität Stuttgart
 

Studiengang Softwaretechnik (Bachelor) (ab WS 09/10)

 
Die Informationen dieser Seite beziehen sich teilweise auch auf den Diplomstudiengang Softwaretechnik.

- Studium Ansprechpartner - Studienplan - Vorlesungsverzeichnis - Prüfungen
- Industriepraktikum Die Bachelor-Prüfungsordnung verlangt kein Industriepraktikum. Es wird aber weiterhin empfohlen.
- Bewerbung   Bewerbungsinfos der Zentralen Studienberatung
- Links   Verwandte Studiengänge und Kooperationsprogramme
- Aktuelles   Informationen für StudienanfängerInformationsseite über aktuelle Studienprojekte A Lehrevaluation

Einleitung

Informatik ist die Wissenschaft und die Technologie der systematischen und automatisierten Informationsverarbeitung und der informationsverarbeitenden Systeme, der Computer. Sie umfasst deren Theorie und Methodik, Entwurf und Konstruktion von Systemen, Analyse und Realisierung ihrer Anwendungen sowie die Auswirkungen ihres Einsatzes. Die Informatik ist damit ein Grundpfeiler der modernen Datenverarbeitung sowie der Informations- und Kommunikationstechnik. Durch Verfahren der Modellbildung sieht die Informatik von den Besonderheiten spezieller Datenverarbeitungssysteme ab; sie formuliert allgemeine Gesetze, die der Informationsverarbeitung zugrunde liegen, und sucht Standardlösungen für Aufgaben aus der Praxis. Von wachsender Bedeutung ist dabei die Beherrschung verteilter und vernetzter Systeme steigender Komplexität. Die Informatik befasst sich damit insbesondere:

  • mit den Strukturen, den Eigenschaften und den Beschreibungsmöglichkeiten von Information und Informationsverarbeitung,
  • mit der Sicherheit und Komplexität bei der Speicherung, der Übertragung und der Verarbeitung von Information, vor allem in vernetzten Systemen,
  • mit dem Aufbau, der Arbeitsweise und den Konstruktionsprinzipien von Rechnersystemen und ihren Komponenten,
  • mit der Entwicklung sowohl experimenteller wie auch produktreifer Rechnerelemente und -systeme und Systemsoftware,
  • mit den Möglichkeiten der Strukturierung, der Formalisierung und der Mathematisierung von Anwendungsgebieten in Form spezieller Modelle und Simulationen und
  • mit der systematischen Entwicklung und Veränderung von Software-Systemen für verschiedenste Anwendungsbereiche unter besonderer Berücksichtigung der Anpassungsfähigkeit und der Mensch-Rechner-Interaktion solcher Systeme.
Innerhalb der Informatik werden zur Lösung von Aufgaben formale und mathematische Methoden und in der Praxis effiziente Techniken angewendet. Die Hard- und Software-Systeme stehen dabei als Forschungsobjekte und gleichzeitig als Werkzeuge im Mittelpunkt der Arbeit. Schwerpunkte der Informatik sind ferner die Entwicklung von Verfahren zur automatischen Übersetzung formaler Sprachen, von Systemprogrammen, die den Betriebsablauf von Rechnersystemen steuern, von Verfahren für die interaktive Dialoganwendung von Rechneranlagen und für die Kopplung solcher Systeme zu großen Rechnernetzen. Von wachsender Bedeutung sind umfassende Systeme, in denen mechanische, elektrische, optische, pneumatische und andere Geräte mit informationsverarbeitenden Komponenten, Sensoren, Spracherzeugungssystemen usw. zusammenwirken. Diese eingebetteten Systeme erfordern gute Kenntnis der Informatik und der Anwendungswissenschaften, weshalb ein Anwendungs- oder Nebenfach außerhalb der Informatik zur Ausbildung gehört. Informatik ist einerseits - wie auch die Mathematik - eine Strukturwissenschaft. Andererseits spielen ingenieurwissenschaftliche Methoden und Verfahren in ihr eine große Rolle. In der Informatik werden zahlreiche naturwissenschaftliche Erkenntnisse angewandt; umgekehrt findet die Informatik Anwendung in fast allen Wissenschaften, und auch das tägliche Leben ist ohne Informatikkonzepte kaum noch vorstellbar. Die Erstellung dieses Webseite mit HTML ist nur ein Beispiel.

Ab dem Wintersemester 2009/2010 bietet die Fakultät Informatik der Universität Stuttgart den Bachelorstudiengang Softwaretechnik an. Dieser vermittelt in sechs Semestern die Grundlagen des Faches mit dem Studienabschluss "Bachelor of Science", der auf eine berufliche Tätigkeit vorbereitet. Es wird von der Universität Stuttgart empfohlen, nach dem Bachelor ein Masterstudium anzuschließen.

Eine konkrete Aufbaumöglichkeit bietet der zukünftige Masterstudiengang Softwaretechnik, der in Stuttgart spätestens ab 2012 angeboten wird und so den direkten Übergang in ein Masterstudium erlauben wird.

Webseite der Studienberatung zum BachelorAnsprechpartner

Unterschiede zum Bachelorstudiengang Informatik

Allgemein lässt sich sagen, dass im Bachelorstudiengang Softwaretechnik der konstruktiven Aspekt und damit die Anwendung der Informatik in der Praxis stärker betont wird als im Bachelorstudiengang Informatik. Durch die Projekte ist die Teamarbeit ein wichtiger, bewusst betonter Bestandteil des Studiums. Die Studierenden sollen durch ihre Beteiligung an der konkreten, praxisnahen Arbeit die typischen Situationen ihres späteren Berufs bereits im Studium kennenlernen und die Hochschulen mit einer besonders ausgeprägten Qualifikation für Tätigkeiten im Bereich der Software-Entwicklung und -Bearbeitung verlassen. Die meisten der Absolventen wählen tatsächlich auch dieses berufliche Feld und haben dann gute Chancen, rasch in Funktionen wie Projektleiter o.ä. aufzusteigen.

Ablauf des Studiums

Der Bachelorstudiengang wird in 6 Semestern absolviert. Die ersten zwei Semester bilden das Grundstudium, die letzten vier das Fachstudium. Das Studium ist untergliedert in Pflicht- und Wahlbereich. Veranstaltungen des Pflichtbereichs sind für alle Studienteilnehmer obligatorisch, während innerhalb der Wahlbereiche selbständig Interessenschwerpunkte gesetzt werden können.

In den ersten zwei Jahren des Bachelorstudiums steht die Vermittlung der Grundlagen der Softwaretechnik im Vordergrund. Im letzten Jahr können die Kenntnisse der Pflichtveranstaltungen in Wahlbereichen, Seminaren und Projekten zu fortgeschrittenen Themen der Softwaretechnik vertieft werden.

Studienstruktur

In der untenstehenden Tabelle der Studienstruktur werden die folgenden Abkürzungen verwendet:
SWS=Semesterwochenstunde (1 SWS = 45 min.); V=Vorlesung; Ü=Übung; P=Praktikum/Seminar; LP=Leistungspunkte; GL=Grundlagen; P=Pflichtmodul; W=Wahlmodul

Semester Lehrveranstaltung Pflicht- /Wahlmodul SWS V SWS Ü SWS P SWS gesamt LP
1 Mathematik für Inf. und Swt. I P 4 2 6 9
Theoretische GL der Informatik I P 3 1 4 6
Programmierung und Softwareentwicklung P 4 2 6 9
Programmierkurs P 2 2 3
Software-Qualität P 2 2 3
Gesamt Semester 1 11 5 4 20 30
2 Mathematik für Inf. und Swt. II P 4 2 6 9
Theoretische GL der Informatik II P 3 1 4 6
Datenstrukturen und Algorithmen P 4 2 6 9
Einführung in die Softwaretechnik P 3 1 4 6
Gesamt Semester 2 14 6 0 20 30
3 Algorithmen und Berechenbarkeit P 3 1 4 6
Katalog SWT P 3 1 4 6
Einf. in die Technische Informatik P 3 1 4 6
Programmentwicklung P 3 1 4 6
Software-Praktikum P 4 4 6
Gesamt Semester 3 12 4 4 20 30
4 Katalog SWT W 3 1 4 6
Katalog SWT W 3 1 4 6
Studienprojekt-Th (Theorie u. Seminar) P 3 1 4 6
Studienprojekt-Pr (Praktikum) P 4 4 6
Software Engineering P 3 1 4 6
Gesamt Semester 4 12 4 4 20 30
5 Sichere u. zuverlässige Softwaresysteme P 3 1 4 6
Katalog SWT W 3 1 4 6
Studienprojekt-Th (Theorie u. Seminar) P 2 2 3
Studienprojekt-Pr (Praktikum) P 6 6 9
Schlüsselqualifikation W 2 2 3
English for Software Engineers W 2 2 3
Gesamt Semester 5 8 4 8 20 30
6 Katalog ISG W 3 1 4 6
Katalog ISW W 3 1 4 6
Fachstudie Softwaretechnik P 4 4 6
Bachelorarbeit P 8 8 12
Gesamt Semester 6 6 2 12 20 30
Erläuterungen zu den Katalogen
  • Katalog SWT: Zur Auswahl (vier aus fünf) stehen:
    • Grundlagen des Compilerbaus und der Programmiersprachen
    • Grundlagen der Modellbildung und Simulation
    • Systemkonzepte und -programmierung
    • Rechnerorganisation 1
    • Mensch-Computer-Interaktion
  • Katalog ISG: Der Katalog enthält den Katalog SWT sowie alle Grundlagenfächer, also auch die Grundlagen der Eingebett. Systeme, Graph. Ingenieursysteme, Künstl. Intelligenz, Rechnerarchitektur.
  • Katalog ISW: Der Katalog enthält den Katalog ISG sowie alle Seminare des Fachbereichs und alle Lehrveranstaltungen der Softwaretechnik- und Informatik-Masterstudiengänge.
Studienplan Bachelor Softwaretechnik (als PDF zum Ausdrucken)
Basismodule - 60 LP
  • Programmierung und Softwareentwicklung
  • Programmierkurs
  • Mathematik für Informatiker und Softwaretechniker
  • Software-Qualität
  • Theoretische Grundlagen der Informatik
  • Datenstrukturen und Algorithmen
  • Einführung in die Softwaretechnik
Ergänzungsmodule - 36 LP
  • Katalog SWT
  • Katalog ISG
  • Katalog ISW
Kermodule - 42 LP
  • Algorithmen und Berechenbarkeit
  • Einführung in die Technische Informatik
  • Programmentwicklung
  • Software-Praktikum
  • Software Engineering
  • Sichere und zuverlässige Softwaresysteme
  • Fachstudie Softwaretechnik
Kernmodule StuPro - 9 LP
  • Studienprojekt-Th (Theorie und Seminar)
Fachaffine Schlüsselqualifikationen - 15 LP
  • Studienprojekt-Pr (Praktikum)
Schlüsselqualifikationen - 6 LP
Bachelorarbeit - 12 LP

Module

Das Studium gliedert sich in Module, für die nach bestandener Modulprüfung bzw. nach Bestehen der Modulteilprüfungen die dem jeweiligen Modul zugeordneten Leistungspunkte (LP) vergeben werden. Module haben eine Größe zwischen 3 und 18 LP. Die Module umfassen inhaltlich zusammenhängende Lehrveranstaltungen und erstrecken sich über ein oder zwei Semester.

Modulhandbuch
Detaillierte Beschreibungen der einzelnen Module können im Modulhandbuch (vorläufige PDF-Version) nachgelesen werden.

Leistungspunkte

Während des Studiums sind Leistungspunkte (LP) zu erwerben, durchschnittlich 30 pro Semester. Ein LP entspricht einem Arbeitsaufwand von 30 Stunden. Leistungspunkte sind ein quantitatives Maß für den mit dem Studium verbundenen zeitlichen Arbeitsaufwand und werden für das erfolgreiche Erbringen bestimmter Studienleistungen vergeben. Insgesamt werden für den Bachelor 180 LP benötigt.

Zeitplan

Die Tabelle der Studienstruktur bietet eine Übersicht über den Zeitplan des Studiums und über Pflicht- und Wahlbereiche. Das Studium dauert insgesamt 6 Semester. Der Einstieg ist immer zum Wintersemester möglich.

Prüfungsleistungen

Jedes Semester endet mit den einzelnen studienbegleitenden Modulprüfungen. Zusätzlich sind die unten genannten Prüfungen zu absolvieren.

Vorläufige Prüfungsordnung (als PDF)
Orientierungsprüfung

Die Orientierungsprüfung muss bis zum Beginn der Vorlesungszeit des vierten Semesters abgelegt werden. Sie soll eventuellen Fehlentscheidungen in der Studienwahl vorbeugen und die Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten überprüfen.

Die Orientierungsprüfung besteht aus den beiden Modulprüfungen "Programmierung und Softwareentwicklung" und "Einführung in die Softwaretechnik".

Bachelorarbeit

Die Bachelorarbeit wird in der Regel im 6. Semester erstellt. Sie soll zeigen, dass innerhalb einer vorgegebenen Frist eine Aufgabenstellung aus dem Bereich Softwaretechnik selbständig nach wissenschaftlichen Methoden bearbeitet und die Ergebnisse sachgerecht dargestellt werden können. Mit der Bachelorarbeit werden 12 Leistungspunkte erworben.

Qualifikationen und Berufsaussichten

Nach dem Bild, das sich heute bietet, sind die beruflichen Aussichten hervorragend. Gegenwärtig (2009) sind unsere Absolventinnen und Absolventen sehr gesucht, und auch in den vergangenen zwanzig Jahren war die Informatik aber immer ein Fach, dessen Arbeitsmarkt deutlich überdurchschnittliche Chancen für Bewerberinnen und Bewerber bot. Dies wird sich auch in den nächsten zwanzig Jahren nicht ändern.

Eine Hochschulkarriere empfiehlt sich, wenn während des Studiums ein überdurchschnittliches Interesse an Forschungsthemen entdeckt wird. In diesem Falle können die Absolventinnen und Absolventen des Bachelor ihre wissenschaftliche Ausbildung in einem anschließenden Masterstudiengang vertiefen (siehe nächsten Abschnitt), um die inhaltliche Voraussetzung zu erwerben mit einem Promotionsvorhaben zu beginnen.

Wer den Bachelor Softwaretechnik erworben hat, besitzt zusätzlich ganz allgemein eine umfassende Ausbildung in diversen Bereichen, die in einem breiten Spektrum von Tätigkeiten eingesetzt werden kann. Diese Ausbildung schließt die folgenden Fähigkeiten ein: ein geschultes Abstraktionsvermögen, das präzise Formulieren komplexer Inhalte, der fachgerechte Umgang mit neuen Medien, das selbständige Lösen und Strukturieren unterschiedlicher Problembereiche sowie die zielorientierte und interdisziplinäre Zusammenarbeit im Team.

Masterstudium

Ein guter Bachelorabschluss qualifiziert für einen Masterstudiengang in Deutschland und Europa, insbesondere für die zukünftigen Masterstudiengänge am Fachbereich Informatik der Universität Stuttgart.

Masterstudiengänge in Informatik werden ab dem Wintersemester 2012 angeboten. Ein Bachelorgrad ist eine von mehreren Voraussetzungen für die Zulassung; die Zulassung kann auch vorzeitig unter dem Vorbehalt des erfolgreichen Abschlusses des Bachelorstudiums erfolgen. Geplant sind Masterstudiengänge in Informatik, Softwaretechnik, Visual Computing sowie weiteren aktuellen Gebieten der Informatik. Das viersemestrige Masterstudium umfasst in der Regel 120 LP; seine Inhalte sind forschungsorientiert. Der Masterabschluss ist im Allgemeinen die Voraussetzung für eine Promotion und die weitere wissenschaftliche Arbeit an der Universität oder anderen Forschungseinrichtungen.