Studienanforderungen: Individuell
Vor dem Studienbeginn sollten Sie möglichst genau wissen, für welche Studienfächer an welchen Universitäten Sie geeignet sind und welche davon Sie interessieren. Darum möchten wir Ihnen sagen, worauf es bei den Informatik-Studiengängen der Universität Stuttgart ankommt. Sie sollten aber daran denken, dass jedes Studium einen Prozess darstellt, in dessen Verlauf Sie sich verändern werden. Das geschieht nicht bewusst, sondern durch den Einfluss der Umgebung.
Nachfolgend werden zunächst die Informatik-Studiengänge, dann die Studiengänge Maschinelle Sprachverarbeitung, Wirtschaftsinformatikk und INFOTECH vorgestellt.
Die Informatik-Studiengänge
Sie können an der Universität Stuttgart Informatik oder Softwaretechnik studieren. Beide Studiengänge (oft als die „Informatik-Studiengänge“ zusammengefasst) führen in minimal sechs Semestern zum Bachelor-Grad. Anschließend können Sie in beiden Fächern ein viersemestriges Masterstudium anschließen.
Eingangsvoraussetzungen
Die formalen Voraussetzungen der beiden Bachelorstudiengänge sind völlig gleich. Da es derzeit keine Zulassungsbeschränkungen gibt, wird jede Person immatrikuliert, die eine Zugangsberechtigung (das Abitur oder eine entsprechende Qualifikation) vorweist und nicht bereits im gleichen oder in einem verwandten Fach an irgendeiner deutschen Hochschule gescheitert ist. In Zweifelsfällen entscheidet das der zuständige Prüfungsausschuss. Vorkenntnisse in Programmierung erleichtern den Start, sind aber nicht Voraussetzung.
Gemeinsamkeiten von Informatik und Softwaretechnik
Auch die inhaltlichen Anforderungen sind in den beiden Studiengängen sehr ähnlich: Mathematik und Theorie prägen den Studienbeginn. Aber schon bald nehmen die Unterschiede zu: In der Informatik erwartet Sie ein thematisch breites Programm von der Theorie bis zur Hardware, überwiegend in Form traditioneller Lehrveranstaltungen (Vorlesungen und Übungen), jeweils abgeschlossen durch eine schriftliche oder mündliche Prüfung. In der Softwaretechnik werden die Software-bezogenen Themen besonders betont, und es gibt viele Projekte, deren Umfang langsam wächst bis hin zum einjährigen Studienprojekt. Damit werden auch die „Soft Skills“ (Gruppenarbeit, Projektmanagement, Konfliktlösung) vermittelt.
Analytisch versus konstruktiv
Informatik ist stärker als Softwaretechnik an Studiengängen wie Mathematik orientiert: Die Studierenden werden mit einem soliden Wissen auf vielen Gebieten der Informatik ausgerüstet und erwerben die Fähigkeit, sich in andere Gebiete selbstständig einzuarbeiten. Teamarbeit wird in diesem Studiengang empfohlen, ist aber nicht durch den Studienplan vorgegeben. Wegen der großen Breite des Lehrangebots in Informatik gibt es dort den einen typischen Ausbildungsinhalt nicht. Da es viele Vertiefungslinien gibt, ist es möglich, sehr spezielle Kombinationen zu bilden, z. B. theoretische Informatik und Compiler-Konstruktion oder Rechnerarchitektur und Robotics. Allgemein lässt sich sagen, dass die Informatik den analytischen Aspekt und damit die Theorie stärker betont, Softwaretechnik den konstruktiven Aspekt und damit die Anwendung der Informatik in der Praxis. Da aber die Bandbreite in beiden Studiengängen groß ist, wird es zweifellos auch in Zukunft Absolventen von Informatik geben, die sehr praxisorientiert sind, während Studierende von Softwaretechnik den Reiz der Theorie entdecken und sich entsprechend ausrichten. Es gibt also keine Mauer zwischen diesen Studiengängen, die erreichbare Qualifikation überlappt deutlich.
Spezialisierungsmöglichkeiten
Im Studiengang Informatik wählen Sie aus verschiedenen Katalogen Ihre Vertiefungsfächer aus und spezialisieren sich damit. In der Softwaretechnik gibt es ähnliche, kleinere Kataloge; der Studiengang gibt bereits eine gewisse Spezialisierung vor. In beiden Fachrichtungen bleibt Raum für frei gewählte Spezialfächer aus dem großen Lehrangebot der Fakultät. Darüber hinaus können und sollten Sie im eigenen Interesse die Möglichkeiten des Studium Generale kennen und nutzen.
Maschinelle Sprachverarbeitung: Sprachliche und informatische Aspekte mit gleichem Stellenwert
Der Bachelorstudiengang Maschinelle Sprachverarbeitung vermittelt Fachwissen aus einem interdisziplinären Spektrum innerhalb der Informatik und der Sprachwissenschaften. Besonders wichtig ist es zu verstehen, wie verschiedene Teilbereiche der Sprachwissenschaft und der Informatik einander ergänzen. Der angebotene Bachelor unterscheidet sich von ähnlichen, mehr linguistisch orientierten Studiengängen dadurch, dass die sprachlichen und informatischen Aspekte des Studiums gleichen Stellenwert haben. In seiner theoretischen Ausrichtung konzentriert sich der Studiengang auf formale Modelle, die den komplexen Prozess der Produktion und Rezeption sprachlicher Äußerungen beschreiben. In seiner anwendungsbezogenen Ausrichtung vermittelt der Studiengang die Grundlagen zur Lösung von Aufgaben der Sprachverarbeitung. Das Fach spricht also Studierende mit einer Doppelbegabung an: mit Interesse an Fragen von Sprache und Kommunikation einerseits und der Fähigkeit zu struktureller Analyse und Implementierung auf dem Computer andererseits. Eigene Akzente in Richtung Linguistik, Informatik oder Anwendungen können im Wahlbereich gesetzt werden. Programmierkenntnisse werden nicht vorausgesetzt und können in den ersten Semestern erworben werden.
Wirtschaftinformatik
Voraussetzung für die Aufnahme des Wirtschaftsinformatik-Studiums sind – neben den formalen Erfordernissen – das Interesse an informationstechnischen und ökonomischen Fragestellungen sowie die Fähigkeit zu analytischem Denken. Die informationstechnischen und mathematischen Schulkenntnisse reichen für den Studienbeginn aus. Sie müssen jedoch im Laufe des Studiums erweitert und vertieft werden. Wünschenswert sind außerdem gute Kenntnisse der englischen Sprache. Es liegen zwar in ausreichender Zahl deutschsprachige Lehrbücher vor; die Durchdringung von Spezialproblemen wird jedoch ohne ausreichende Kenntnis der englischen Sprache sehr erschwert.
INFOTECH-Master
Die Zugangsvoraussetzungen für unser internationales Masterprogramm Information Technology sind vielfältig und auf der Website des Studiengangs im Detail nachzulesen. Grundsätzlich gilt, dass die Bewerber einen Bachelorabschluss vorweisen müssen. Je nachdem, wo sie welchen akademischen Grad erhalten haben, müssen sie weitere Anforderungen erfüllen. So müssen sie zum Beispiel gute Kenntnis der englischen Sprache nachweisen und zwei Empfehlungsschreiben von Professoren vorlegen.
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