Bachelor of Science Informatik

Im Zeitalter der Digitalisierung und Vernetzung ist die Informatik zu einer grundlegenden Wissenschaft geworden, deren Erkenntnisse inzwischen alle Lebensbereiche prägt: aus Wirtschaft, Forschung, Medizin, Mobilität und Kommunikation ist die Informatik nicht mehr wegzudenken. Basis aller dieser Anwendungen ist die systematische und automatische Verarbeitung von Informationen. Das Bachelorstudium deckt daher alle Kerngebiete der Informatik ab: Die theoretische Informatik, die sich mit der Komplexität und Entscheidbarkeit von Fragestellungen sowie deren Modellierung befasst; die praktische Informatik, die Konzepte zur Lösung von Problemen entwickelt und die technische Informatik, die sich mit der zugrundeliegenden Hardware befasst.

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Eingangsvoraussetzung
Die formalen Voraussetzungen für den Bachelorstudiengang Informatik sind die allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder eine entsprechende gleichwertige Qualifikation sowie qualifizierende Deutschkenntnisse, da die Hauptunterrichtssprache Deutsch ist. Vorkenntnisse in der Programmierung sind nicht gefordert, erleichtern aber den Start. Fundierte mathematische Kenntnisse sind besonders empfehlenswert, um den Studieninhalten adäquat folgen zu können. Da der Übergang von der Schule zum Studium gerade in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) oft als schwierig empfunden wird, bietet die Universität Stuttgart in diesen Fächern sowohl Vorkurse als auch semesterbegleitende Kurse zur Unterstützung an. Informationen hierzu findet Ihr auf den Seiten des MINT-Kollegs.
Bewerbung
Bewerbung Der Studiengang B. Sc. Informatik ist zulassungsbeschränkt. Eine Bewerbung für den Studiengang BSc Informatik ist ausschließlich zum Wintersemester eines jeden Jahres möglich. Sie erfolgt online über das C@mpus-Portal der Universität Stuttgart. Informationen und Formulare findet Ihr bei den Bewerbungsinformationen der Zentralen Studienberatung. Die vollständigen Bewerbungsunterlagen müssen jeweils bis zum 15. Juli des Jahres im C@mpus-Portal hochgeladen sein.
Abgrenzung zu den anderen Studiengängen im Fachbereich
In der Informatik stehen - im Vergleich zu den anderen Studiengängen des Fachbereichs - die analytischen Aspekte und damit die Theorie stärker in Fokus. Desweiteren wird auch das Gebiet der technischen Informatik beleuchtet. Insgesamt ist die Breite des Wahlbereichs im Informatikstudiengang deutlich größer als in den anderen Studiengängen des Fachbereichs. Absolventen der Informatik sind breit aufgestellt, jede Herausforderung im Gebiet der Informatik zu absolvieren. Dennoch gibt es auch Themengebiete in unseren Stuzdiengänge, die sich deutlich überlappen.
Allgemeines zum Ablauf des Studiums

Der Bachelorstudiengang Informatik ist auf sechs Semester ausgelegt (Regelstudienzeit). Die ersten zwei Semester bilden das Grundstudium, die letzten vier das Fachstudium. Das Studium ist untergliedert in Pflicht- und Wahlbereich. Veranstaltungen des Pflichtbereichs sind für alle Studienteilnehmer obligatorisch, während innerhalb der Wahlbereiche selbständig Interessenschwerpunkte gesetzt werden können.

Die erste zeitliche Hürde im Bachelorstudium ist die Orientierungprüfung. Diese muss bis spätestens zum Beginn des 4. Fachsemesters (inkl. evtl. Wiederholungen) bestanden worden sein. Die Orientierungsprüfung ist - wie der Name schon sagt - eine Orientierung dafür, ob man für dieses Studium geeignet ist.

Hat man die Orientierungsprüfung bestanden, dann ist der Studiengang B.Sc. Informatik in maximal 12 Semestern abzuschließen.

In den ersten zwei Jahren des Bachelorstudiums steht die Vermittlung der Grundlagen der Informatik im Vordergrund. Dabei prägen Mathematik und Theorie den Studienbeginn. Sie lernen zu programmieren und Software zu entwickeln. Sie erfahren alles Wissenswerte zu Datenstrukturen und Algorithmen und bauen ein umfassendes Wissen zu den theoretischen und technischen Grundlagen der Informatik auf. Dann erwartet Sie ein thematisch breites Programm von der Theorie bis zur Hardware. Insgesamt werden die Studierenden mit einem soliden Wissen auf vielen Gebieten der Informatik ausgerüstet und erwerben die Fähigkeit, sich in andere Gebiete selbstständig einzuarbeiten.

Teamarbeit wird in diesem Studiengang empfohlen, ist aber nicht durch den Studienplan vorgegeben. Wegen der großen Breite des Lehrangebots gibt es in der Informatik den einen typischen Ausbildungsinhalt nicht

Module vs. Lehrveranstaltungen
Das Studium gliedert sich in Module. Nach dem Bestehen der Prüfung bzw. aller eventuellen Teilprüfungen bekommt man die dem Modul zugeordneten Leistungspunkte (LP) in C@mpus gutgeschrieben. Module können aus als einer Lehrveranstaltungen bestehen - meisten bestehen sie aus der Vorlesung und der dazugehörigen Übung. Module erstrecken sich über ein, maximal zwei Semester. Die genauen Beschreibungen aller Module befinden sich im Modulhandbuch (MHB) des jeweiligen Studiengangs. Da jedoch jedes Semester eine Überarbeitung und gegebenenfalls eine Aktualisierung der Modulhandbücher erfolgt, ist es wichtig, jeweils die aktuellste Version des Modulhandbuchs zu kennen. Ihr findet sie hier.
Leistungspunkte (LP)
Während des Studiums sind Leistungspunkte zu erwerben, und zwar durch das Bestehen der Prüfung(en) des jeweiligen Moduls. Pro Semester sollten durchschnittlich 30 LP erworben werden. Ein Leistungspunkt entspricht einem Arbeitsaufwand von rund 30 Zeitstunden. Leistungspunkte sind demnach ein quantitatives Maß für zeitlichen Arbeitsaufwand im Studium. Insgesamt werden für den Bachelor of Science 180 LP benötigt.
Studienstruktur zur Prüfungsordnung (PO) 2012
  • Orientierungsprüfung: ""Programmierung und Software-Entwicklung" (9 LP) & "Datenstrukturen und Algorithmen" (9 LP)
  • Zwei fachübergreifende Schlüsselqualifikationen sind aus dem uniweiten Angebot frei wählbar
  • Katalog "ISG" (Informatik-Softwaretechnik-Grundlagen): es müssen 3 Module gewählt werden.
  • Katalog "ISW" (Informatik-Softwaretechnik-Wahl): es müssen 2 Module gewählt werden. Dabei kann man eines durch ein Modul aus dem Master Informatik ersetzen.
  • 2 Seminare: sollten nicht vor dem dritten Semester absolviert werden, da hier auf Wissen aus den ersten  Semestern referiert wird. Weitere Hinweise zu den Seminaren finden Sie hier.
  • Projekt-INF: während des Projektes soll in einem Team von 3 bis 5 Studierenden in einem Zeitraum von höchstens 6 Monaten ein Projekt bearbeitet werden, das sich an aktuellen Forschungsfrage­stellungen der Abteilungen und Institute orientiert. Um dem Forschungscharakter des Projekts gerecht zu werden, soll das Ergebnis in einer wissenschaftlichen Publikation festgehalten werden und auf einem Poster während des einmal pro Semester stattfindenden Projekttages dokumentiert werden. Hinweise zur Anmeldung etc. bekommen Sie von der

Studienverlaufsplan (PDF)

SVP_2012

Die wichtigsten Punkte der Prüfungsordnung 2012:

  • Jede Prüfung kann einmal wiederholt werden. In bis zu 3 Fällen kann eine Prüfung ein zweites Mal wiederholt werden. Sollte dieser Drittversuch nicht bestanden werden (und nur dann) erfolgt eine mündliche Fortsetzungsprüfung, die über den Fortgang des Studiums oder über dessen Ende entscheidet.
  • Nicht-bestandene Prüfungen müssen zum nächst möglichen Termin (meistens nach einem Semester) wiederholt werden.
  • Auch bei den Wahlmodulen (Katalog-Modulen) muss man eine nicht-bestandene Prüfung wiederholen. Es ist nicht möglich, auf ein anderes Wahlmodul auzuweichen. Das bedeutet, dass man im schlimmsten Fall auch durch ein Wahlmodul den Prüfungsanspruch im Studiengang verlieren kann.
  • Alle Informationen zur PO findet Ihr in dem Dokument selbst.Bei Fragen wendet Euch bitte an die Fachstudienberateroder die
Studienstruktur zur Prüfungsordnung (PO) 2017
  • Orientierungsprüfung: "Theoretische Informatik I" (6 LP) & "Programmierung und Software-Entwicklung" (9 LP)
  • Vorgegebene fachübergreifende Schlüsselqualifikation (SQ): "Bachelor Ringvorlesung Informatik". Eine zweite SQ ist aus dem uniweiten Angebot frei wählbar.
  • Katalog "Praktische Informatik": es müssen 2 Module gewählt werden.
  • Katalog "Kernmodule allgemein": es müssen 4 Module gewählt werden
  • Katalog Wahl(module): es müssen 5 Module gewählt werden.
  • Seminar: erst nach den "Wissenschaftlichen Methoden" absolvieren, da im Seminar auf das dort vermittelte Wissen zurückgegriffen wird. Weitere Hinweise zu den Seminaren finden Sie hier.
  • Programmierprojekt: die Studierenden bekommen eine Aufgabe, die sie innerhalb eines Semesters unter fachkundiger Anleitung lösen müssen. Sogenannte Sprints sorgen dafür, dass Zwischenergebnisse diskutiert werden.
  • Im Wahlbereich kann anstelle von 2 Wahlmodulen ein Anwendungsfach (12 LP) belegt werden.
  • Bachelor-Forschungsprojekt: während des Projektes soll in einem Team von 3 bis 5 Studierenden in einem Zeitraum von höchstens 6 Monaten ein Projekt bearbeitet werden, das sich an aktuellen Forschungsfrage­stellungen der Abteilungen und Institute orientiert. Um dem Forschungscharakter des Projekts gerecht zu werden, soll das Ergebnis in einer wissenschaftlichen Publikation festgehalten werden und auf einem Poster während des einmal pro Semester stattfindenden Projekttages dokumentiert werden. Das Modul kann fachübergreifend mit Softwaretechnikern und Medieninformatikern absolviert werden. Hinweise zur Anmeldung etc. bekommen Sie von der

Studienverlaufsplan (PDF)

SVP-Inf-PO2017

Die wichtigsten Punkte der Prüfungsordnung 2017:

  • Jede Prüfung kann einmal wiederholt werden. In bis zu 3 Fällen kann eine Prüfung ein zweites Mal wiederholt werden. Sollte dieser Drittversuch nicht bestanden werden (und nur dann) erfolgt eine mündliche Fortsetzungsprüfung, die über den Fortgang des Studiums oder über dessen Ende entscheidet.
  • Nicht-bestandene Prüfungen müssen innerhalb von 2 Semestern wiederholt werden.
  • Die Bachelorarbeit geht mit dem Faktor 2 in die Berechnung der Gesamtnote ein.
  • In bis zu 2 Fällen kann man in einem Wahlpflicht oder Wahlmodul aus der Prüfungswiederholung herauskommen, aber nur, wenn der Prüfungsanspruch noch besteht und man das Studium noch nicht abgeschlossen hat.
  • Bei einem Studiengangwechsel werden Fehlversuche angerechnet.
  • Alle Informationen zur PO findet Ihr in dem Dokument selbst. Eine Änderungssatzung von 2018 ist hier zu finden. Bei Fragen wendet Euch bitte an die Fachstudienberateroder die
Lehrveranstaltungen
Die Lehrveranstaltungen aller Studiengänge sind - getrennt nach Studienjahr bzw. Winter- und Sommersemester - im C@mpus-System hinterlegt.
ERSTSEMESTER-Informationen (inklusive Stundenplan für das Wintersemester 2018/19)
Um unseren Erstsemestern den Einstieg an der Universität Stuttgart zu erleichtern, haben wir einige wichtige Informationen zusammengestellt.
  • Wo finde ich meinen Stundenplan?

    Ihr könnt Euch Euren individuellen Stundenplan im C@mpus-System selbst erstellen. Um das Ganze aber zu vereinfachen, haben wir diesen bereits für Euch vorbereitet. HIER ist er. Bitte beachtet, dass im Plan in den allermeisten Fällen die Übungsgruppen NICHT eingetragen sind. Der Grund hierfür ist, dass es zu einzelnen Veranstaltungen sehr viele Übungsgruppen gibt und die Anmeldung dazu in der ersten Vorlesungswoche stattfindet (ggf. nicht über das C@mpus-System). Die einzelnen Termine für die Übungsgruppen findet Ihr, wenn Ihr im C@mpus-System nach den Veranstaltungen sucht und auf den Namen der entsprechenden Übung klickt.

  • Wann beginnen die Veranstaltungen?

    Die Vorlesungen und Übungen des Wintersemesters 2018/19 starten am 15. Oktober 2018. Da aber in den ersten ein bis zwei Tagen viele Erstsemesterveranstaltungen stattfinden, erkundigt Euch bitte im C@mpus-System, ob einzelne Veranstaltungen ggf. einen späteren Start angekündigt haben.

  • Muss ich alle im Stundenplan aufgelisteten Veranstaltungen besuchen?

    Ja und Nein. Die Vorlesungen müsst alle Ihr besuchen. Es gibt verschiedene Durchführungsvarianten: manche bieten nur eine Vorlesung pro Woche an, andere zwei. Hier gibt es keine Wahlmöglichkeit: es müssen alle Vorlesungen besucht werden. Bei den Übungen sieht das Ganze etwas anders aus. Hier sucht Ihr Euch pro Vorlesung eine der angebotenen Übungsgruppen dazu aus, d.h. Ihr müsst nur an einer Übungsgruppe pro Vorlesung teilnehmen. Es gibt Veranstaltungen, die zusätzlich zur Vorlesung und Übung auch noch Ergänzungsübungen oder Vortragsübungen anbieten. Auch diese solltet Ihr unbedingt besuchen, weil hier immer wieder wichtige Themen, die in der eigentlichen Übung nur sehr kurz angerissen werden konnten, vertieft dargestellt werden.

  • Gibt es Vorkurse?

    Ja. Es gibt Vorkurse des MINT-Kollegs für Mathematik und Informatik. Zusätzlich bietet unsere Fachgruppe einen JAVA-Kurs und einen Theorie-Vorkurs in den beiden letzten Wochen vor Vorlesungsstart an.

  • Erstsemesterbroschüre

    Weitere nützliche Informationen findet Ihr auch in unserer eigens erstellten Erstsemesterbroschüre.

Ansprechpartner
Wenn Ihr Fragen zum Studium habt, könnt Ihr Euch jederzeit an die Fachstudienberater, die Fachgruppe Informatik oder den Prüfungsausschuss wenden. Wir helfen Euch gern weiter.
Perspektiven

Nach dem Bild, das sich heute bietet, sind die beruflichen Aussichten hervorragend. Gegenwärtig (2014) sind unsere Absolventinnen und Absolventen sehr gesucht, und auch in den vergangenen zwanzig Jahren war die Informatik immer ein Fach, dessen Arbeitsmarkt überdurchschnittliche Chancen für Bewerberinnen und Bewerber bot. Dies wird sich voraussichtlich auch in Zukunft nicht ändern.

Eine Hochschulkarriere empfiehlt sich, wenn während des Studiums ein überdurchschnittliches Interesse an Forschungsthemen entdeckt wird. In diesem Falle können die Absolventinnen und Absolventen des Bachelor ihre wissenschaftliche Ausbildung in einem anschließenden Masterstudiengang vertiefen. Die Zulassung ist auch vorzeitig unter dem Vorbehalt des erfolgreichen Abschlusses des Bachelorstudiums möglich. Derzeit gibt es im Fachbereich Informatik die Masterstudiengänge Informatik, Softwaretechnik, Computer Science (englischsprachig), Computational Linguistics (englischsprachig) und den internationalen Masterstudiengang Information Technology (englischsprachig). Das viersemestrige Masterstudium umfasst forschungsorientierte Inhalte. Der Masterabschluss ist im Allgemeinen die Voraussetzung für eine Promotion und die weitere wissenschaftliche Arbeit an der Universität oder anderen Forschungseinrichtungen.

Wer den Bachelor Informatik erworben hat, besitzt grundsätzlich eine umfassende Ausbildung in diversen Bereichen, die in einem breiten Spektrum von Tätigkeiten eingesetzt werden kann. Diese Ausbildung schließt die folgenden Fähigkeiten ein: ein geschultes Abstraktionsvermögen, das präzise Formulieren komplexer Inhalte, der fachgerechte Umgang mit neuen Medien, das selbständige Lösen und Strukturieren unterschiedlicher Problembereiche sowie die zielorientierte und interdisziplinäre Zusammenarbeit im Team.