B.Sc. Medieninformatik

Digitale Medien haben unsere Gesellschaft in den letzten 20 Jahren umfassend verändert. Analoge Medien und Kommunikationskanäle werden heute weitgehend durch digitale Technologien abgelöst (z.B. Telefon, Radio, Fernsehen, Zeitungen, Filme und Fotografie). Dieser Wandel hin zu digitalen vernetzten Medien vollzieht sich im Bereich der Unterhaltungselektronik, aber in gleichem Maße auch im Bereich von Fahrzeugen und Maschinen. Um solche Systeme grundlegend zu verstehen und Innovationen voranzutreiben, ist ein umfassendes Wissen im Bereich der Informatik und der digitalen Medien notwendig. Durch ein Studium der Medieninformatik werden ein fundiertes Wissen und umfassende Kenntnisse vermittelt, um diese neuen digitalen Systeme den Bedürfnissen der Menschen entsprechend zu gestalten.

BSc-Medieninformatik 
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Eingangsvoraussetzung
Die formalen Voraussetzungen für den Bachelorstudiengang Medieninformatik sind die allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder eine entsprechende gleichwertige Qualifikation sowie qualifizierende Deutschkenntnisse, da die Hauptunterrichtssprache Deutsch ist. Vorkenntnisse in der Programmierung sind nicht gefordert, erleichtern aber den Start. Fundierte mathematische Kenntnisse sind besonders empfehlenswert, um den Studieninhalten adäquat folgen zu können. Da der Übergang von der Schule zum Studium gerade in den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) oft als schwierig empfunden wird, bietet die Universität Stuttgart in diesen Fächern sowohl Vorkurse als auch semesterbegleitende Kurse zur Unterstützung an. Informationen hierzu findet Ihr auf den Seiten des MINT-Kollegs.
Bewerbung
Der Studiengang B. Sc. Medieninformatik ist zulassungsbeschränkt. Eine Bewerbung für den Studiengang B.Sc. Medieninformatik ist ausschließlich zum Wintersemester eines jeden Jahres möglich. Sie erfolgt online über das C@mpus-Portal der Universität Stuttgart. Informationen und Formulare findet Ihr bei den Bewerbungsinformationen der Zentralen Studienberatung. Die vollständigen Bewerbungsunterlagen müssen jeweils bis zum 15. Juli des Jahres im C@mpus-Portal hochgeladen sein.
Abgrenzung zu den anderen Studiengängen im Fachbereich
Der Studiengang Medieninformatik kombiniert das Wissen der Informatik mit dem der digitalen Medien, der Mensch-Computer-Interaktion, der Computer-Grafik, der Sprachverarbeitung und der digitalen Netzwerke. Er schafft damit die Grundlagen, die es ermöglichen, digitale Systeme so zu gestalten, dass sie den Anforderungen der menschlichen Nutzer entsprechen. Somit fokussiert dieser Studiengang deutlich stärker auf die Mensch-Maschine-Schnittstelle als die anderen Bachelorstudiengänge des Fachbereichs.
Allgemeines zum Ablauf des Studiums

Der Bachelorstudiengang Medieninformatik ist auf sechs Semester ausgelegt (Regelstudienzeit). Die ersten zwei Semester bilden das Grundstudium, die letzten vier das Fachstudium. Das Studium ist untergliedert in Pflicht- und Wahlbereich. Veranstaltungen des Pflichtbereichs sind für alle Studienteilnehmer obligatorisch, während innerhalb der Wahlbereiche selbständig Interessenschwerpunkte gesetzt werden können.

Die erste zeitliche Hürde im Bachelorstudium ist die Orientierungprüfung. Diese muss bis spätestens zum Beginn des 4. Fachsemesters (inkl. evtl. Wiederholungen) bestanden worden sein. Die Orientierungsprüfung ist - wie der Name schon sagt - eine Orientierung dafür, ob man für dieses Studium geeignet ist.

Hat man die Orientierungsprüfung bestanden, dann ist der Studiengang B.Sc. Medieninformatik in maximal 12 Semestern abzuschließen.

Im ersten Studienjahr werden die mathematischen, praktischen und theoretischen Grundlagen in Informatik und Medieninformatik vermittelt. Vom 3. bis 6. Semester kommen Spezialisierungsfächer hinzu, wobei sich die Studierenden auch ein Nebenfach zusammenstellen können. Durch Projekte wird bereits während des Studiums ein starker Praxisbezug hergestellt und das Arbeiten im Team geübt.
Module vs. Lehrveranstaltungen
Das Studium gliedert sich in Module. Nach dem Bestehen der Prüfung bzw. aller eventuellen Teilprüfungen bekommt man die dem Modul zugeordneten Leistungspunkte (LP) in C@mpus gutgeschrieben. Module können aus als einer Lehrveranstaltungen bestehen - meisten bestehen sie aus der Vorlesung und der dazugehörigen Übung. Module erstrecken sich über ein, maximal zwei Semester. Die genauen Beschreibungen aller Module befinden sich im Modulhandbuch (MHB) des jeweiligen Studiengangs. Da jedoch jedes Semester eine Überarbeitung und gegebenenfalls eine Aktualisierung der Modulhandbücher erfolgt, ist es wichtig, jeweils die aktuellste Version des Modulhandbuchs zu kennen. Ihr findet sie hier.
Leistungspunkte (LP)
Während des Studiums sind Leistungspunkte zu erwerben, und zwar durch das Bestehen der Prüfung(en) des jeweiligen Moduls. Pro Semester sollten durchschnittlich 30 LP erworben werden. Ein Leistungspunkt entspricht einem Arbeitsaufwand von rund 30 Zeitstunden. Leistungspunkte sind demnach ein quantitatives Maß für zeitlichen Arbeitsaufwand im Studium. Insgesamt werden für den Bachelor of Science 180 LP benötigt.
Studienstruktur zur Prüfungsordnung (PO) 2014
  • Orientierungsprüfung: ""Programmierung und Software-Entwicklung" (9 LP) & "Medieninformatik" (6 LP)
  • Zwei fachübergreifende Schlüsselqualifikationen sind aus dem uniweiten Angebot frei wählbar
  • Katalog "INF" (Informatik): es müssen 3 Module gewählt werden.
  • Katalog "MIG" (Medieninformatik-Grundlagen): es müssen 3 Module gewählt werden.
  • Katalog "MIW" (Medieninformatik-Wahl): es müssen 2 Module gewählt werden.
  • 1 Seminar: dies sollte nicht vor dem dritten Semester absolviert werden, da hier auf Wissen aus den ersten  Semestern referiert wird. Weitere Hinweise zu den Seminaren finden Sie hier.
  • Medieninformatik Projekt - Theorie / Praktikum: während des Projektes soll in einem Team von 6 bis 12 Studierenden in einem Zeitraum von 6 Monaten ein Projekt im Bereich der digitalen Medien bearbeitet werden. Das Projekt umfasst den gesamten Lebenszyklus von digitalen Mediensystemen. Es beinhaltet die Anforderungsanalyse, die Konzeption und Spezifikation, die Implementierung, Evaluierung, Inbetriebnahme und den Betrieb des Systems über einen bestimmten Zeitraum. Unterstützt wird der praktische Teil durch eine speziell für diesen designte Vorlesung, die das Wissen ergänzt. Um dem Gesamtcharakter eines Projekts gerecht zu werden, soll das Ergebnis in einer wissenschaftlichen Publikation festgehalten und auf einem Poster während des einmal pro Semester stattfindenden Projekttages dokumentiert werden. Hinweise zur Anmeldung etc. bekommen Sie von der
  • Fachstudie Medieninformatik: während des Projekts soll in einem Team von 3 bis 5 Studierenden in einem Zeitraum von höchstens 6 Monaten ein Projekt bearbeitet werden, das sich an aktuellen Forschungsfrage­stellungen der Abteilungen und Institute orientiert. Um dem Forschungscharakter des Projekts gerecht zu werden, soll das Ergebnis in einer wissenschaftlichen Publikation festgehalten werden und auf einem Poster während des einmal pro Semester stattfindenden Projekttages dokumentiert werden. Hinweise zur Anmeldung etc. bekommen Sie von der

Studienverlaufsplan (PDF)

SVP_2014

Die wichtigsten Punkte der Prüfungsordnung 2014:

  • Jede Prüfung kann einmal wiederholt werden. In bis zu 3 Fällen kann eine Prüfung ein zweites Mal wiederholt werden. Sollte dieser Drittversuch nicht bestanden werden (und nur dann) erfolgt eine mündliche Fortsetzungsprüfung, die über den Fortgang des Studiums oder über dessen Ende entscheidet.
  • Nicht-bestandene Prüfungen müssen zum nächst möglichen Termin (meistens nach einem Semester) wiederholt werden.
  • Auch bei den Wahlmodulen (Katalog-Modulen) muss man eine nicht-bestandene Prüfung wiederholen. Es ist nicht möglich, auf ein anderes Wahlmodul auzuweichen. Das bedeutet, dass man im schlimmsten Fall auch durch ein Wahlmodul den Prüfungsanspruch im Studiengang verlieren kann.
  • Alle Informationen zur PO findet Ihr in dem Dokument selbst.Bei Fragen wendet Euch bitte an die Fachstudienberateroder die
Studienstruktur zur Prüfungsordnung (PO) 2017
  • Orientierungsprüfung: "Theoretische Informatik I" (6 LP) & "Programmierung und Software-Entwicklung" (9 LP)
  • Vorgegebene fachübergreifende Schlüsselqualifikation (SQ): "Bachelor Ringvorlesung Informatik". Eine zweite SQ ist aus dem uniweiten Angebot frei wählbar.
  • Katalog "Praktische Informatik": es muss 1 Modul gewählt werden.
  • Katalog "Kernmodule allgemein": es müssen 2 Module gewählt werden
  • Katalog Wahl(module): es müssen 5 Module gewählt werden.
  • Seminar: erst nach den "Wissenschaftlichen Methoden" absolvieren, da im Seminar auf das dort vermittelte Wissen zurückgegriffen wird. Weitere Hinweise zu den Seminaren finden Sie hier.
  • Studienprojekt MI: während des Projektes soll in einem Team von 6 bis 12 Studierenden in einem Zeitraum von 6 Monaten ein Projekt im Bereich der digitalen Medien bearbeitet werden. Das Projekt umfasst den gesamten Lebenszyklus von digitalen Mediensystemen. Es beinhaltet die Anforderungsanalyse, die Konzeption und Spezifikation, die Implementierung, Evaluierung, Inbetriebnahme und den Betrieb des Systems über einen bestimmten Zeitraum. Unterstützt wird der praktische Teil durch ein speziell für dieses Projekt designtes Seminar, welches das Wissen ergänzt. Um dem Gesamtcharakter eines Projekts gerecht zu werden, soll das Ergebnis in einer wissenschaftlichen Publikation festgehalten und auf einem Poster während des einmal pro Semester stattfindenden Projekttages dokumentiert werden. Hinweise zur Anmeldung etc. bekommen Sie von der
  • Im Wahlbereich kann anstelle von 2 Wahlmodulen ein Anwendungsfach (12 LP) belegt werden.
  • Bachelor-Forschungsprojekt: während des Projektes soll in einem Team von 3 bis 5 Studierenden in einem Zeitraum von höchstens 6 Monaten ein Projekt bearbeitet werden, das sich an aktuellen Forschungsfrage­stellungen der Abteilungen und Institute orientiert. Um dem Forschungscharakter des Projekts gerecht zu werden, soll das Ergebnis in einer wissenschaftlichen Publikation festgehalten werden und auf einem Poster während des einmal pro Semester stattfindenden Projekttages dokumentiert werden. Das Modul kann fachübergreifend mit Softwaretechnikern und Medieninformatikern absolviert werden. Hinweise zur Anmeldung etc. bekommen Sie von der

Studienverlaufsplan (PDF)

SVP-MI-2017

Die wichtigsten Punkte der Prüfungsordnung 2017:

  • Jede Prüfung kann einmal wiederholt werden. In bis zu 3 Fällen kann eine Prüfung ein zweites Mal wiederholt werden. Sollte dieser Drittversuch nicht bestanden werden (und nur dann) erfolgt eine mündliche Fortsetzungsprüfung, die über den Fortgang des Studiums oder über dessen Ende entscheidet.
  • Nicht-bestandene Prüfungen müssen innerhalb von 2 Semestern wiederholt werden.
  • Die Bachelorarbeit geht mit dem Faktor 2 in die Berechnung der Gesamtnote ein.
  • In bis zu 2 Fällen kann man in einem Wahlpflicht oder Wahlmodul aus der Prüfungswiederholung herauskommen, aber nur, wenn der Prüfungsanspruch noch besteht und man das Studium noch nicht abgeschlossen hat.
  • Bei einem Studiengangwechsel werden Fehlversuche angerechnet.
  • Alle Informationen zur PO findet Ihr in dem Dokument selbst. Eine Änderungssatzung von 2018 ist hier zu finden. Bei Fragen wendet Euch bitte an die Fachstudienberateroder die
Lehrveranstaltungen
Die Lehrveranstaltungen aller Studiengänge sind - getrennt nach Studienjahr bzw. Winter- und Sommersemester - im C@mpus-System hinterlegt.
ERSTSEMESTER-Informationen (inklusive Stundenplan für das Wintersemester 2018/19)
Um unseren Erstsemestern den Einstieg an der Universität Stuttgart zu erleichtern, haben wir einige wichtige Informationen zusammengestellt.
  • Wo finde ich meinen Stundenplan?

    Ihr könnt Euch Euren individuellen Stundenplan im C@mpus-System selbst erstellen. Um das Ganze aber zu vereinfachen, haben wir diesen bereits für Euch vorbereitet. HIER ist er. Bitte beachtet, dass im Plan in den allermeisten Fällen die Übungsgruppen NICHT eingetragen sind. Der Grund hierfür ist, dass es zu einzelnen Veranstaltungen sehr viele Übungsgruppen gibt und die Anmeldung dazu in der ersten Vorlesungswoche stattfindet (ggf. nicht über das C@mpus-System). Die einzelnen Termine für die Übungsgruppen findet Ihr, wenn Ihr im C@mpus-System nach den Veranstaltungen sucht und auf den Namen der entsprechenden Übung klickt.

  • Wann beginnen die Veranstaltungen?

    Die Vorlesungen und Übungen des Wintersemesters 2018/19 starten am 15. Oktober 2018. Da aber in den ersten ein bis zwei Tagen viele Erstsemesterveranstaltungen stattfinden, erkundigt Euch bitte im C@mpus-System, ob einzelne Veranstaltungen ggf. einen späteren Start angekündigt haben.

  • Muss ich alle im Stundenplan aufgelisteten Veranstaltungen besuchen?

    Ja und Nein. Die Vorlesungen müsst alle Ihr besuchen. Es gibt verschiedene Durchführungsvarianten: manche bieten nur eine Vorlesung pro Woche an, andere zwei. Hier gibt es keine Wahlmöglichkeit: es müssen alle Vorlesungen besucht werden. Bei den Übungen sieht das Ganze etwas anders aus. Hier sucht Ihr Euch pro Vorlesung eine der angebotenen Übungsgruppen dazu aus, d.h. Ihr müsst nur an einer Übungsgruppe pro Vorlesung teilnehmen. Es gibt Veranstaltungen, die zusätzlich zur Vorlesung und Übung auch noch Ergänzungsübungen oder Vortragsübungen anbieten. Auch diese solltet Ihr unbedingt besuchen, weil hier immer wieder wichtige Themen, die in der eigentlichen Übung nur sehr kurz angerissen werden konnten, vertieft dargestellt werden.

  • Gibt es Vorkurse?

    Ja. Es gibt Vorkurse des MINT-Kollegs für Mathematik und Informatik. Zusätzlich bietet unsere Fachgruppe einen JAVA-Kurs und einen Theorie-Vorkurs in den beiden letzten Wochen vor Vorlesungsstart an.

  • Erstsemesterbroschüre

    Weitere nützliche Informationen findet Ihr auch in unserer eigens erstellten Erstsemesterbroschüre.

Ansprechpartner
Wenn Ihr Fragen zum Studium habt, könnt Ihr Euch jederzeit an die Fachstudienberater, die Fachgruppe Informatik oder den Prüfungsausschuss wenden. Wir helfen Euch gern weiter.
Perspektiven
medieninformatik Das Internet und darauf aufbauend interaktive Anwendungen im World Wide Web sind für viele Unternehmen eine wichtige Plattform für Anwendungen und die zentrale Kommunikationsinfrastruktur geworden. In den letzten Jahren wurden zunehmend auch mobile Geräte in Arbeitsprozesse integriert, um Zugriff auf Daten und Prozesse zu ermöglichen. Interaktive Rechnertechnologie ist heute ein integraler Bestandteil vieler Systeme und Maschinen, und immer mehr ersetzen eingebettete Rechner mit einer Benutzungsoberfläche die klassischen Bedienelemente.

Um solche Systeme intuitiv benutzbar, effizient, sicher und angenehm zu gestalten, brauchen Systementwickler umfassende Informatikkenntnisse. Neben diesem Informatikwissen ist es aber unabdingbar, dass die Entwickler auch ein umfassendes Wissen im Bereich der digitalen Medien, der Mensch-Computer-Interaktion, der Computer-Grafik, der Sprachverarbeitung und der digitalen Netzwerke haben. Ein universitäres Studium der Medieninformatik kann dieses Wissen umfassend vermitteln.

Die Anzahl der Beschäftigten im Informations- und Kommunikationstechnik-Bereich (IKT) ist sehr groß, und für die schnellen Veränderungen im IKT-Bereich werden hochqualifizierte Arbeitskräfte benötigt, um die Innovationskraft nicht zu mindern (IT-Gipfel). Die Absolventen können eine Tätigkeit in den Bereichen Forschung, Entwicklung, Betrieb, Projektierung und Vertrieb aufnehmen, insbesondere in den folgenden technischen Gebieten:

  • Visualisierung und graphische interaktive Systeme
  • Webanwendungen und interaktive verteilte Systeme
  • Mediensysteme, multimediale Datenbanken
  • Entwurf, Implementierung von Softwaresystemen mit Medienbezug
  • Mensch-Computer-Interaktion
  • Computergestützte Kommunikation und digitale soziale Netze
  • Mobile Geräte, mobile Mediensysteme
  • Spieleentwicklung und Medienproduktion
  • Entwicklung interaktiver Unterhaltungselektronik
  • Entwicklung von E-Learningsystemen